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22C3-Nachwehen: Die Videos sind da

[Doppelpost für die Vollständigkeit,
original erschien im Netzbuch- ]

Art & Beauty

Für unsere schnelllebige Zeit ist der hier ausgiebig bebloggte 22C3 zwar schon ewig her, aber eigentlich sind ja erst ein paar Wochen vergangen.

Für viele fleißige Helferinnen und Helfer hinter den glamorösen Kulissen war der Congress nach dem Congress noch lange nicht zu Ende, denn es galt die vielfältig eingefahrene multimediale Ernte zu schmackhaften Produkten zu verarbeiten. Und nun ist es soweit: Die Videos von allen Vorträgen stehen zum Download per Bittorrent zur Verfügung.

Und was sagen wir Congress-Besucher und nicht-Congress-Besucher-aber-Interessenten da laut im Chor? Na klar: Danke!

Ein kleiner Round-Up, weil der Congress ja schon soooo lange her ist:

21.04.06 | PermaLink | Kommentare | Ralf Graf

Der Congress am Ende des Universums

Nun ist er also schon wieder Geschichte, der 22. Chaos Communication Congress, denn auch ein um einen Tag verlängerter C3 ist schließlich irgendwann rum. ;-)

Ohne konkrete Zahlen verfügbar zu haben, hatten wir den Eindruck, dass es dieses Jahr leerer als letztes Jahr war, was aber nicht als Nachteil wahrgenommen wurde. Man fand, im Gegensatz zum letzten Jahr, meist ein Eckchen mit essenziellen Gütern wie Strom und Internet-Connectivity. Letztere war über Kabel geradezu mörderisch schnell, das WLAN funktionierte die meiste Zeit, war aber mitunter arg langsam.
Ein Kritikpunkt ist die Verpflegung. Im Berufsleben stehende Erwachsene haben mit dem Preisniveau sicherlich kein Problem, aber für die jugendlichen Hacker, die noch Studenten oder Schüler sind, sind 5,50 Euro für ein Menü aus Veggiburger und ‘ner Club-Mate doch schon ein bißchen heftig.

Das Vortragsprogramm war sehr gut ausgewählt und deckte ein breites Spektrum ab. Neben eher esoterischen Hackerthemen gab es gute Vorträge zu netzkulturellen und politisch relevanten Themen, und die Entzerrung des Programms auf vier Tage erlaubte es, auch mal zwei Stunden etwas faul mit einem Kaffee und dem Notebook auf dem Schoß in Art & Beauty zu sitzen, ohne gleich einen Haufen interessanter Vorträge zu verpassen.

Blaue LEDs Hackcenter Botschaften Nacht über 22C3

Der 22C3 war (und ist) auch über Videostreams ohne physische Anwesenheit erfahrbar. Das dicke Stück totes Holz mit den Vorträgen, der Tagungsband, ist nun als PDF (ca. 16,6 MB) verfügbar. Was man aber nicht mitbekommen hat, wenn man nicht da war, ist die einmalige Atmosphäre eines solchen Treffens, wo der Bundestagsabgeordnete in Diskussionen mit dem zugewachsenen Hacker ;-) eine Pizza mampfend das Informationsfreiheit-Gesetz diskutiert. Wo man nachts bis drei Uhr bei Videokunst und Musik herum lungert und redet oder Spaß am Gerät hat…

Dem Konferenzblogger-Team hat es sehr gut gefallen und wir werden, soweit man das ein Jahr im voraus absehen kann, bei 23C3 wieder dabei sein. Ein herzliches »Danke schön« geht an den CCC und seine Heerscharen von Helferinnen und Helfern, die den Congress erst möglich machen. Ein weiteres »Danke schön« an Euch, verehrte Leserinnen und Leser. Ihr braucht dieses Blog noch nicht aus dem Feedreader zu werfen, es wird in den nächsten Tagen noch ein wenig Nachbloggen geben.

Noch ein paar exemplarische Stimmen aus der weiten Welt der Blogs, derbe negative Stimmen haben wir bisher keine gefunden:

31.12.05 | PermaLink | Kommentare [5] | Ralf Graf

[22C3-KB002] Interview mit SaniFox

Ein Event wie der 22C3 lebt nicht nur von den anwesenden Hackern und anderen Helden der »Spaß am Gerät«-Kultur, sondern wird nur möglich, weil zahllose helfende und fleißige Hände im Hintergrund tätig sind. Stellvertrend für die zahllosen Helden des Kongresses sprachen die Konferenzblogger mit SaniFox vom »Chaos Emergency Response Team«, kurz C.E.R.T., das sich um medizinische Hilfe und Brandschutz beim Kongress kümmert:

[22C3-KB002]InterviewmitSaniFox.mp3 (MP3, ca. 1,4 MB)

30.12.05 | PermaLink | Kommentare [5] | Ralf Graf

Eine Runde mit der Lego-Bahn

Exklusiver Premium-Content: Eine Runde mit der Legobahn im Art&Beauty-Bereich des 22C3, wo große und kleine Kinder ihren Spieltrieb ausleben konnten. Gernot hat seine Kamera in die Lego-Bahn gepackt, die Bahn eine Runde fahren lassen und das Video dem Konferenzblog zur Verfügung gestellt. Danke, Gernot! :-)

30.12.05 | PermaLink | Kommentare [2] | Ralf Graf

Sonne am vierten Tag

Raketenspiegel Am vierten Tag des 22C3 lässt sich dann auch endlich einmal die Sonne über Berlin blicken. Was für die Damen und Herren Hacker in den Katakomben des bcc, wo sich das Tageslicht sowieso nie hin verirrt, sowieso keine Rolle spielt.
Nach den ersten Eindrücken des vierten Tags scheint es im bcc noch einmal richtig voll zu werden. Stay tuned für weiteren brandheißen multimedialen Premium-Quality-Content des Konferenzblogger-Teams… ;-)

30.12.05 | PermaLink | Kommentare | Ralf Graf

Von Hexenbesen und dem Heiligen Gral

Letzte Veranstaltung für das Konferenzblogger-Team am 3. Tag des 22C3 war ein Vortrag von Henriette Fiebig zu aktuellen Problemen in der deutschsprachigen Wikipedia mit dem verheißungsvollen Titel »Hexenbesen und heiliger Gral«. Wikipedia-like eröffnete Henriette ihren Vortrag mit dem Neutralitäts-Baustein und führte anhand einiger Beispiele aus dem prallen Wikipedia-Leben durch einige problematische Aspekte.

Mit dem Artikel »Hexenbesen« erläuterte sie anhand des harmlosen Satzes »Hexen werden meistens mit einem Besen in Verbindung gebracht.« die Schwierigkeit, solche zunächst plausibel klingenden Aussagen mit Fakten abzusichern.

Der Artikel »Kaffeekränzchen« musste als Beispiel für eine zunächst plausibel erscheinende, bei näherem Hinsehen sich aber als hanebüchen herausstellende Literaturliste herhalten. Das ist ein fundamentales Problem, denn ohne eine üppig ausgestattete Bibliothek vor der Haustüre lässt sich kaum nachprüfen, ob die Literaturangaben wertvoll sind oder nicht.

Der Artikel »Heiliger Gral« war der Aufhänger für eine ausbrechende Debatte über Fakten und Legenden, und ob und wenn ja, in welchem Umfang, letztere in eine Enzyklopädie gehören. Und ein weiteres Mal wurde klar, wie problematisch das Postulat des Neutral Point Of View eigentlich ist.

Leider zerfaserte der Vortrag, der sowieso an einer gewissen Ermangelung eines roten Fadens krankte, darüber ein wenig, und die Debatte verlegte sich in das Areal des Wikipedia-Standes. Wohin die Konferenzblogger aber nicht folgen konnten, dringende Termine in Sachen Becks Gold forderten ihren Tribut… ;-)

30.12.05 | PermaLink | Kommentare | Ralf Graf

Sandro Gaycken: Freie Software und Anarchismus

Freie Software und ihre auch in der nicht-fachlichen Öffentlichkeit bekannten Projekte wie das GNU/Linux-Betriebssystem werden von den Vertretern der »traditionellen« kapitalistisch orientierten Software-Industrie und ihren Wortführern gerne, selbstverständlich in diffamierender Absicht, als anarchistisch bezeichnet. Grund genug also, diesen Zusammenhang einmal zu untersuchen. Genau das tat Sandro Gaycken auf dem 22C3 und fragte: Free Software and Anarchism – does this compute?

Um das zu untersuchen, muss man zunächst einmal wissen, was Anarchismus eigentlich (jenseits seiner Nutzung als politischer Kampfbegriff des »herrschenden Systems« gegen alles was es, in welcher Weise auch immer, bedroht) ist. Dazu konsultieren wir die bewährte Wikipedia und lesen dort:

»Der Begriff der Anarchie (griechisch αναρχία – Führerlosigkeit) bezeichnet die Idee einer herrschaftsfreien und gewaltlosen Gesellschaft, in der Menschen ohne politischen Zwang (Macht) und Herrschaft gleichberechtigt und ohne Standesunterschiede miteinander leben und sich so frei entfalten können. Ein Mensch, der nach diesen Idealen lebt oder einer, der eine herrschaftsfreie Gesellschaft anstrebt, wird als Anarchist bezeichnet.«

Mit diesen theoretischen Voraussetzungen im Kopf fragt Sandro Gaycken: Ist Freie Software wirklich anarchistisch? Und kommt zu dem Schluss: Nein, sie ist es nicht. Denn auch die Entwicklung Freier Software findet in Hierarchien statt, man denke exemplarisch an die Rolle des »guten Diktators« Linus Torvalds in der Linux-Entwickler-Community. Und sie findet innerhalb des bestehenden Systems und seiner Strukturen (Internet-Zugang, Computer-Hardware; alles wird systemimmanent produziert) statt. Beides Dinge, die ein Anarchist ablehnt.

Technologie als solches, im kapitalistischen Produktionsprozess integriert und Werkzeug staatlicher Ordnung, ist aber selbstverständlich politisch. Daher stellt sich die nächste Frage: Wie sähe eine anarchistische Technologie aus? Eine solche wäre, wie die Gesellschaft, ind er sie stattfinden würde, frei von Regeln. Das meint alle Regeln, auch die GPL, CC, usw. Auch im Kontext des bestehenden Systems positiv zu bewertende Regularien sind in einer anarchistischen Gesellschaft abzuschaffen. Denn das anarchistische Menschenbild setzt voraus, dass die Menschen, befreit von den Regularien politischer und ökonomischer Herrschaft, nicht in bösen Absichten handeln werden und benötigt daher auch keine Freie Software schützende, gut gemeinten Regeln.

Sandro Gayckens Fazit: »Free Software is not a genuine anarchical technology.« Aber sie zeigt dem bestehenden System auf (»demonstrative value« nannte er das), dass Menschen auch ohne ökonomischen Zwang und staatliche Regularien arbeiten und mit dieser Arbeit sich nicht unmittelbar finanziell auswirkende Dinge schaffen wollen und können. Das macht Hoffnung für das im letzten Absatz kurz skizzierte Menschenbild des Anarchismus.

Sandro zeigte noch kurz einige Ideen für wahrhaft anarchistische Software auf, wie ein Sabotage-Kit, mit dem auch technisch nicht so beschlagene Mitmenschen die sie umgebende repressive Technologie hacken könnten.

Fazit: Ein Vortrag zum Mitdenken, denn man musste den theoretischen Gedankensprung zur anarchistischen Gesellschaft und ihrem Menschenbild mitmachen, um die Ausführungen korrekt zu verstehen. Dass das nicht so einfach war, wie das vielleicht aussieht, zeigte sich daran, dass sämtliche Anmerkungen nach dem Ende des Vortrags eines zeigten: Die Fragenden (Anmerkenden) hatten diesen Gedankensprung nicht nachvollzogen und verstanden, denn ihre Anmerkungen mit dem Tenor »die GPL ist doch gut« oder »Menschenrechte sind wichtig und gut« machten im Kontext des Vortrags überhaupt keinen Sinn…

Links:

*Wikipedia: Anarchismus

*Sandro Gaycken Vortrag als PDF

29.12.05 | PermaLink | Kommentare [1] | Ralf Graf

Reale und irreale Realitäten

Eine Veranstaltung mit einem breiten thematischen Spektrum wie der 22C3 bietet dem Betrachter ein Programm der Gegensätze, und Einblicke in fremdartige Welten.

Eine solche fremdartige Welt ist für den Uneingeweihten das in Cory Ondrejkas Vortrag »Changing Realities« vorgestellte »Second Life«. Das ist ein Online-Spiel (wobei Cory direkt zu Beginn energisch darauf hinwies, dass Second Life kein Spiel sei), eine Art Sim City mit Wirtschaftssimulation, mit dem Unterschied, dass die Online-Spieler ihre Stadt selbst bauen und mit ihrem Avatar drin leben und wirtschaften. 104.000 Spieler (oder eben Einwohner) besiedeln bereits dieses virtuelle Land.

Cory Ondrejka führte aus, wie sich das ökonomische und soziale Gefüge in dieser virtuellen Welt entwickelt hat. Es gibt sogar ein Blog namens New World Notes, in dem über aktuelle Ereignisse aus der Second-Life-Welt berichtet wird. Ereignisse aus der realen Welt finden ihren Niederschlag im Spiel.

Für mich das Kontrastprogramm zum Vortrag von Jacob Appelbaum gestern. Dort der Appell zum Einmischen und Verändern der realen Welt, hier für Außenstehende schwer verständliches Engagement für den Aufbau einer alternativen Welt, das Leben eines »zweiten Lebens« (eben Second Life) im Rechner.

29.12.05 | PermaLink | Kommentare | Ralf Graf

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