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Congress on Air

Ein paar Ecken weiter beim CongressRadio gibt es Podcasts mit Interviews zum C3. Im aktuellen Podcast wird CCC-Sprecher Lars »Pylon« Weiler zum diesjährigen Motto »Private Investigations« interviewt (8,31 MB, 18:09 Minuten).

»Wir denken [bei Private Investigations] daran, wo in unserem privaten Umfeld überall geschnüffelt wird. Wo werden unsere Daten ausgespäht? Werde ich jetzt weiterhin zum gläsernen Bürger? [...] Der Staat setzt alles daran, um den Bürger komplett zu kontrollieren [...], so dass ich selbst keine Chance mehr habe, ein Privatleben zu führen. Das soll Private Investigations hervorheben.«
Lars Weiler im Interview mit Radio Dreyeckland aus Freiburg am 27.12.05

28.12.05 | PermaLink | Kommentare | Marcus Völkel

CCC-Jahresrückblick 2005

Am frühen Abend blickten Andy Müller-Maguhn, Starbug und Lars Weiler zurück auf das Jahr 2005. 5 neue Chaostreffs wurden gegründet, es gab zahlreichte Events dieses Jahr.

Besondere Erwähnung fanden die WM-Tickets 2006, die man nicht an die Wand pinnen darf (um nicht versehentlich den RFID-Chip zu treffen). Noch nicht sicher ist, was der CCC Berlin zur WM anstellen wird, um auf Überwachung und ähnliches hinzuweisen, aber evtl. löst sich das Problem auch von selbst, wenn die RFID-Chips der Tickets plötzlich ausfallen. ;)

Die Ausgaben der Datenschleuder (DS), ansich viermal im Jahr angesetzt, erschienen 2005 recht unregelmässig. Highlight war im November DS #87 mit dem Schwerpunkt ePass. Diese wurde an alle 600 Politker im Bundestag persönlich verschickt.

Und zum Abschluss das Zitat des Abends: “Biometrie ist ein deutscher Exportschlager”.

27.12.05 | PermaLink | Kommentare | Beate Paland

[22C3-KB001] Der Art-&-Beauty-O-Ton-Podcast

Wir wissen, Ihr da draußen wollt authentisches Material von der vor Ort befindlichen Grassroot-Journalistencrew aus der Blogosphere hören. Eure Gelüste werden erhört, hier ist ein O-Ton-Podcast. Unter heldenhaftem Einsatz erstellt, denn während diese Zeilen gebloggt werden, klaut irgendeiner von dem Team, das sich unter der Gimp-Flagge versammelt hat (keine Ahnung, was die hier Mehrwertiges machen), den Tisch. Wir wissen schon, warum wir lieber Photoshop nutzen…

[22C3-KB001]Art_and_Beauty.mp3 (MP3, ca. 730 kB)

Related Links:

27.12.05 | PermaLink | Kommentare | Ralf Graf

Der Krieg ist verloren

Ein Zitat zum Beginn: »We are now deep inside the kind of future we speculated about as a worst case scneario, back then. This is the ugly future, the one we never wanted, the one that we fought to prevent. We failed. And even if it wasn’t our fault, we still have to live in it. The activists among us will need to figure out how to exercise the maximum amount of influence in a radically different environment.«

Das ist die Ausgangssituation für den Vortrag von Rop Gonggrijp und Frank Rieger mit dem fröhlichen Titel »We lost the war«. Die beiden Referenten ziehen den ganz großen Bogen von den Flüchtlingsströmen an den Festungsmauern der Ersten Welt hinüber zur schleichenden Einführung einer Totalüberwachung unter dem Banner des »Kampf gegen Terrors«. Nach ihrer Ansicht leben wir genau in der Zukunft, die in der Vergangenheit als »Horrorvision« gegolten hat (Zitat): »Democracy is deprecated«, denn wir werden von demokratisch nicht legitimierten Technokraten in Brüssel regiert.

Warum wurde der Krieg gegen den »politisch-industriellen Komplex« verloren? »Wir« hatten keinen »Plan B« für den 11. September, während der »Komplex« selbigen nur aus der Schublade ziehen musste.

Darum führen die beiden Referenten aus, was »wir« die aufgeklärten Zeitgenossen (im folgenden als wir bezeichnet), tun müssen:

Wir müssen einsehen: »Things have changed«. Darum müssen die Kräfte der »Aktivisten« fokussiert werden auf kleine Ziele, die sich realistisch erreichen lassen.

Wir brauchen Tools für Verschlüsselung. Wir brauchen Anonymität. Wir müssen den Wunsch nach Anonymität von anderen respektieren: »Respect anonymity.«

Wir müssen auch mit denen sprechen, die sich der »dunklen Seite des Komplexes« angeschlossen haben: »We need the people on the other side of the camera feeling bad. They don’t have to feel like the good guys«. Arbeiten für die dunkle Seite muss peinlich sein. Eine kultureller Wandel muss her, es darf nicht cool sein, Zugang zu den privaten Daten anderer zu haben.

Vielleicht wird unsere Zeit einmal rückblickend als eine Art »McCarthy-Ära« betrachtet werden.

Fazit, was ist zu tun?

Ein Bonmot zum Schluß: »Everything that happens today seems like Erich Honecker’s and Erich Mielke’s wet dreams.«

27.12.05 | PermaLink | Kommentare | Ralf Graf

Die Technik des neuen elektronischen Reisepass

starbug stellte in seinem Vortrag »Die Technik im neuen ePass«, die Technik des ab 1.11.2005 obligatorischen neuen elektronischen Reisepasses vor.
Zentraler Bestandteil des neuen Dokuments ist bekanntlich der RFID-Chip. Dabei handelt es sich um einen Chip nach ISO 14443, auf der Frequenz von 13,56 MHz mit einer Reichweite von 10cm und einem kryptographischen Coprozessor.
Der Chip enthält die PassID, das Geburtsdatum, das Ablaufdatum der Gültigkeit und das elektronisch erfasste neue Gesichtsbild. Es ist aber auch noch Raum für Fingerabdrücke, Iris-Bilder und einen Public Key zur Nutzung des Dokumentes für die elektronische Unterschrift vorhanden.
starbug erläuterte die Probleme, die der neue ePass mit sich bringt. So soll er 10 Jahre gültig sein, Tests ergaben aber eine Haltbarkeit der RFID-Chips von maximal 3 Jahren. Weiterhin bleibt die Technik zum unerlaubten Auslesen des Chips natürlich nicht auf dem heutigen Stand stehen, die des ePass aber schon.

Besonderes Interesse im prall gefüllten Auditorium fanden natürlich die Tipps zur Vermeidung des Auslesens der Daten des Reisepasses. So reicht es schon, ein Stück Alu-Folie in die Ausweis-Hülle zu legen. Oder einen Störsender auf der Frequenz von 13,56 MHz mit sich herum tragen. Oder ein paar andere kleine RFID-Chips mit auf den Pass kleben. Das ist aber sicher nur für die handwerklich begabteren von uns praktikabel. Und natürlich der Klassiker: Die Mikrowelle…

starbug gab noch einen Ausblick in die Zukunft, wenn weitere biometrische Daten wie Fingerabdrücke erfasst werden, nach Meinung des Referenten eine »flächendeckende Erkennungsdienstliche Behandlung«.

Überhaupt sei die Einführung des ePass ein »Feldtest mit unausgereifter Technik und der gesamten Bevölkerung« Er biete keinen Sicherheitsgewinn, da der Pass auch bei defektem Chip gültig bleibt. Und er biete keinerlei Schutz vor Terroristen.

Noch ein interessanter Fakt am Rande wurde ausgeführt: Im November, bei der Einführung des ePass, wurden 80% der Passbilder abgelehnt, heute habe sich diese Quote bei 50% eingespielt.

Links:

27.12.05 | PermaLink | Kommentare | Ralf Graf

Brenno de Winter: Hacking Data Retention

Der Niederländer Brenno de Winter spricht über die europaweit geplante Vorratsdatenspeicherung und was man dagegen tun kann.

Welche Daten sollen nun gespeichert werden? Verbindungsdaten beim Telefonieren ist nichts neues, wird in vielen Ländern bereits durchgeführt. Neu ist das Speichern von Aufzeichnen von Internet-Verbindungsdaten: Wer kontaktiert wen, wie lange, wozu? Hierbei werden seeeehr viel Daten anfallen; der niederländische Provider XS4ALL hat 3,5 Monate seinen Traffic gezählt: ~ 53.600.000.000.000 Pakete, das entspricht ungefähr 47.000.000 CDs! Was ist davon relevant, was nicht? Daher ist der Ansatzpunkt schon falsch: Die meisten E-Mails sind Spam und werden nie gelesen werden, E-Mails zu empfangen heisst noch nicht automatisch, daß auch ein Kontakt zum Sender bestehen muss. Ist der Sender überhaupt der Sender?

Tipps zum Umgehen:

10 Tipps finden sich bereits auf seiner Website.
Ansonsten riet er dazu, Dienste wie www.epostmail.org (Peer-to-Peer-E-Mail-Netzwerk) oder Freenet zu benutzen oder sein eigener VoIP-Provider zu werden, in dem man einen eigenen Asterisk-Server aufsetzt.

Link:
Vortragsfolien des Referenten Brenno de Winter

Related: Nico Lumma: 22C3: Hacking Data Retention

27.12.05 | PermaLink | Kommentare | Beate Paland

22C3-Video on Demand

»Die Forschungsgemeinschaft elektronische Medien e.V. (FeM e.V.), ein studentischer Verein aus Ilmenau, unterstützt den CCC in diesem Jahr erstmals bei der Aufnahme aller Vorträge des Kongresses und bei der Bereitstellung der Aufzeichnungen im Internet. [...] Die Vorträge werden live übertragen und stehen auch anschließend zum Abruf bereit.«
TU Ilmenau, Forschungsgemeinschaft elektronische Medien e.V., FeM-Streaming

27.12.05 | PermaLink | Kommentare | Marcus Völkel

Joi Ito: Private Investigations

Zur Keynote präsentiert Tim Pritlove niemand geringeren als Joi Ito, der schon im letzten Jahr den großen Saal 1 mit seinem Vortrag zum Status der Emergent Democracy füllte. Als VC-Geber, ICANN- und Creative Commons-Vorstandsmitglied, Vorstand von Six Apart Japan, Vizepräsident von Technorati und als Blogger ist Joi Ito nicht nur einem umfassenden Publikum ein Begriff, sondern auch eine passende Wahl für die Eröffnungs-Keynote.

Ganz im Geiste seines Emergent-Democracy-Vortrags über die Geburt eines neuartigen Demokratie-Verständnisses warnt er auch in diesem Jahr weiter vor der Gefahr, in der er das Recht auf freie Rede und Meinung wähnt. Denn wo der Gedanke der »emerging democracy« tatsächlich zu offeneren Netzen und damit zu einer offeneren Gesellschaft führen kann, dort entstehen laut Ito auch Risiken durch Top-down-Kontrollinstanzen und Monopole: »Money is lonely; it loves to go where other money is«, zitiert er einen chinesischen Freund.

Daher kämpfe er als ICANN-Vorstandsmitglied dafür, das Internet offen und frei zu halten und ruft die Zuhörer auf, sich in derselben Richtung zu engagieren. Demokratie sei nicht selbstverständlich. An Beispielen aus Japan, Simbabwe und Iran zeigt er auf, wie wichtig der Gedankenaustausch zwischen Menschen, das Recht auf eigene Meinung und Meinungsäußerung und der Wettbewerb von Ideen sind. Erst dieser Austausch, dieser Wettbewerb ermögliche Veränderungen, Wechsel und Horizonterweiterung. An diesen Schnittstellen werden Märkte geboren – was an sich nicht schlecht sei, wenn nicht gleich der böse Top-down-Monopol-Goliath mit seinen »Boogymen« im Gefolge versuchen würde, alle entstehenden Bottom-up-Davids-Prozesse zu unterjochen.

Daher sei es überaus wichtig, den Einzelnen mit einer hörbaren Stimme zu versorgen, beispielsweise über Blogs: Beware the boogymen! Ito vergisst auch nicht, entsprechende Seitenhiebe auf Regierungen, Film- und Musikindustrie loszuwerden, die das Internet am liebsten unter ihren Zensur- und Kontrollfittichen sähen, »geschützt« vor Datenpiraten, Terroristen und Pornografen: »Terroristen und Kinderpornografen nutzen das Internet: Wenn man das Internet einfach schließt, gibt es keinen Terrorismus und Kinderpornografie mehr«, führt Ito die groteske Denke vor.

Datenschutz, Anonymität, Meinungs- und Redefreiheit: Was können wir tun, um sie zu schützen? Itos nicht schlussendliche Antwort lautet, die Diskussion voranzutreiben, miteinander zu reden und zu streiten, das Netzwerk untereinander über Blogs, Wikis und alternative Medien offen und ganz zu halten, die Inhalte, die dabei entstehen, als Free und Open Content zu verteilen.

»Alle guten Ideen hatten ihren Ursprung außerhalb der großen Konzerne«, sagt Joi Ito abschließend. Es sei nicht wahr, dass Free and Open Source Software, freier Content und Sharing Jobs und Werte verringern oder gar stehlen würde. »Stellt Autoritäten in Frage. Sitzt nicht rum und gebt auf. Hackt das System. Be furious, be serious, be angry.«

27.12.05 | PermaLink | Kommentare | Marcus Völkel

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