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Anonymität im Internet

Da das Internet grundsätzlich transparent ist, Inhalte mitgelesen werden können und Metadaten (wer mit wem, wie lange, wie oft) sichtbar bleiben, behandelte der Vortrag Anonymität im Internet Möglichkeiten, wie man surfen kann, ohne Spuren zu hinterlassen.

Aber auch aus politischen Gründen kann Anonymität gewünscht sein: Vorratsdatenspeicherung, Data Mining, vorherrschende Zensur in China und im Islam oder die Sperrverfügungen Jürgen Büssows sprechen für sich.

Dadurch haben wir die Umkehr der Unschuldsvermutung: es fehlt die Informatielle Selbstbestimmung. Auch kann es zu einer Verhaltensänderung von Indiviuen kommen: verhalte ich mich anders, wenn ich überwacht werde?

Aber auch mit Verschlüsselung wie es z.B. mit GPG und zweier Schlüssel betrieben wird, ist der Kommunikationsvorgang immer noch sichtbar. Auch ein Eilbote, über den kommuniziert wird, würde wenig bringen, da dieser alle Kommunikationsvorgänge kennen würde.

Idee ist nun eine Art Zwiebelschalenprinzip: es gibt mehrere Stellvertreter, das Vertrauen wird auf mehrere Boten verteilt und alle Boten müssen zusammenwirken, damit Anonymität aufgehoben werden kann.

Als Software kommt hierzu JAP/TOR in Einsatz:

Mittels so einem System klappt die Metadatenanalyse nicht mehr.

Der CCC betreibt einen solchen Anonymizer, der man als lokalen Proxy installieren kann.

Zum Rechtlichen: Wer so einen Server betreibt, wird nie Vorwürfen ausgesetzt sein einer Beihilfe oder Mittäterschaft und haftet nicht für fremde Inhalte, sofern man keine konkrete Kenntnis hat.

Aufdeckung von Anonymität ist möglich, wenn alle Betreiber zusammenwirken. Wenn einer sagt, ich weigere mich, bleibt Anonymität gewahrt. Bei JAP existieren feste Kaskaden, daher ist Aufdeckung möglich, bei TOR allerdings schwierig bis unmöglich.
Problemtatisch kann eine Verteilung von Kaskaden durch verschiedene Länder (wegen unterschiedlicher Gesetzgebungen) sein.

Der CCC arbeitet mit Strafverfolgern zusammen, überprüft jedoch die Voraussetzungen genau. 2005 kamen ca. 10 Anfragen von Privatpersonen, die schwierig zu handlen sind, da sie nicht glauben, daß weiterhelfende Daten nicht vorliegen. Auch bei den ca. 6 Anfragen der Polizei wurden keine Daten veröffentlicht, da der angefragte Zeitraum schon lange überschritten war. Ebenso wie bei den 4 Anfragen der Staatsanwaltschaft wurde ein vom CCC ein Standardbrief verschickt mit Hinweis auf das Forschungsprojekt.

Spannend wird nun die Vorratsdatenspeicherung 2006. Es wird wohl eine technische Lösung geben, um die Anonymisierung durchzusetzen: weg von festen Institutionen, hin zu einem p2p-Ansatz, wobei erst noch definiert werden muss, wie die nationale Umsetzung dieses Gesetzes aussieht.

Zum Schluss wurde auf Spenden hingewiesen, um auch in Zukunft Anonymisierdienste finanzieren und ausbauen zu können. Auch die Perfomance muss noch um einiges verbessert werden, eine Stimme aus dem Publikum bestätigte dies (“Da kann ich erst mal mein Auto waschen gehen”).

28.12.05 | PermaLink | | Beate Paland

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