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»I see the world through a camera«

Jacob Appelbaums Vortrag »Personal experiences bringing technology and new media to disaster areas« fiel aus dem Rahmen dessen, was man sonst beim 22C3 zu sehen und zu hören bekommt.

Mit den Worten »I see the world through a camera« begann Jacob seinen Vortrag mit einer Bilderreihe von seinem ermordeten Vater. Dieser war drogensüchtig, deshalb wurde sein Tod nie aufgeklärt. Das motivierte Jacob dazu, sein Leben radikal zu ändern und von nun an für Non-Profit-Organisationen zu arbeiten, Fotos zu machen, um der Welt von Ungerechtigkeit zu berichten und, wo möglich, für Abhilfe zu sorgen.

Seine erste Reise führte Jacob in den Irak, wo er Interviews mit den vom Krieg betroffenen Menschen führte (und sie CC-lizenziert zur Verfügung stellte). Außerdem half er Gruppen im Irak, Zugang zu Know-How und neuerer Informationstechnologie zu bekommen.
Nach seiner Rückkehr kam Hurrican Katrina über New Orleans, und Jacob reiste auch dort hin, fassungslos darüber, dass die Dinge, die er im Irak gesehen hatte, nämlich, dass Menschen ungerecht behandelt und getötet werden, ohne dass sich das im medialen Mainstream angemessen niederschlagen würde, sich in seinem eigenen Land ereignen konnten. Während Jacob erzählte lief ein unablässiger Strom seiner beeindruckenden Fotos über die Leinwände des Saal 1.

Der Vortrag endete mit einem eindrücklichen Appell an die Anwesenden: »It’s important to realize that there’s a world outside the computer. What are you working for? Are you trying to make the world a better place?” Die Zuhörenden sollten sich selbst fragen, ob sie ihr Leben der Jagd nach sinnlosem materiellen Gut widmen wollen, oder ob sie etwas erreichen wollen. Denn: »The war is not lost.« Und: »Don’t give up. Fight every battle against unjustice.«

Ein eindrucksvoller Vortrag. Derartig aus der prallen unschönen Realität unserer Zeit gerissen, dass er all’ das Nerd-Gedöns, das momentan wichtig erscheint, in die richtige Bedeutungsklasse zurück stuft.

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28.12.05 | PermaLink | | Ralf Graf

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